Land fördert mit 1,02 Mio. Euro Zuschuss die städtische Kläranlage

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Übergabe des Förderbescheids durch den Staatssekretär im Umweltministerium Dr. Andre Baumann
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Die Stadt Fridingen erhält für den Bau einer neuen Filtrationsstufe und zur Optimierung der Kläranlage einen Landeszuschuss von knapp über 1 Mio. Euro. Der Staatssekretär im Umweltministerium Dr. Andre Baumann übergab am Montag den Förderbescheid an Bürgermeister Stefan Waizenegger. Neben Mitgliedern des Gemeinderats und der Verwaltung konnte der Bürgermeister aus diesem Anlass auch Vertreter des Regierungspräsidiums Freiburg, der Fachaufsichtsbehörde aus dem Landratsamt Tuttlingen, sowie den beteiligten Planungsbüros iat Maier aus Stuttgart und dem Ingenieurbüro Langenbach aus Sigmaringen vor Ort begrüßen.


In seinem Grußwort brachte Bürgermeister Waizenegger seine Freude über den gewährten Zu-schuss zum Ausdruck. Mit einer Förderung in Höhe von 76 Prozent der geplanten Kosten könne diese wichtige und unverzichtbare Infrastrukturmaßnahme nunmehr angegangen werden. Der Bau der neuen Filtrationsanlage sowie die vollständige Erneuerung der Elektrotechnik gewährleiste, dass der zuverlässige Betrieb der Kläranlage auch für die Zukunft aufrechterhalten wird und man auf der hiesigen Gemarkungsfläche damit zugleich einen wesentlichen Beitrag zu einer dauerhaft verbesserten Wasserqualität der Donau leiste. Dabei unterstrich er, dass ohne die finanzielle Beteiligung durch das Land und die Fachbehörden, die Städte und Gemeinden angesichts ihrer Aufgabenvielfalt solche umfangreichen Maßnahmen nur schwerlich bewältigen könnten. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,42 Mio. Euro, wofür die Stadt nunmehr den höchst möglichen Fördersatz erhalte. Deshalb gelte ein besonderes Dankeschön dem Land Baden-Württemberg für diese hervorragende Unterstützung. In den Dank wären aber auch die Planungsbüros und die Fachbehörden einzubeziehen, welche die Stadt bei der Erarbeitung dieses erfolgreichen Förderantrags begleiteten. In diesem Zusammenhang erinnerte der Bürgermeister auch daran, dass die Stadt in den vergangenen drei Jahren jeweils beträchtliche Mittel im Haushalt bereitgestellt habe, um bei dieser Einrichtung sukzessive den aufgelaufenen Investitionsrückstau abzubauen. Hierbei handle es sich im Wesentlichen um nichtförderfähige Maßnahmen, deren Behebung gleichfalls dazu beitrage, die Kläranlage insgesamt zu modernisieren und zu optimieren. Abschließend erklärte Bürgermeister Waizenegger, dass man noch in diesem Jahr die Ausschreibung und Vergabe vornehmen möchte. Man sei zuversichtlich, die baulichen Erneuerungsmaßnahmen bis zum Jahre 2020 vollumfänglich abgeschlossen zu haben.
Umweltstaatsekretär Dr. Andre Baumann führte aus, dass die Landesregierung die erforderlichen Finanzmittel in diesem Fall gerne zur Verfügung stellt, da der Bau dieser neuen Reinigungsstufe weitsichtig und nachhaltig wäre. Die Region „Obere Donau“ sei 2018 bekanntlich mit dem Titel „Kulturlandschaft des Jahres“ ausgezeichnet worden. Symbolisch passe dies hervorragend, verstehe man unter der Kulturlandschaft doch auch eine vom Menschen beeinflussbare Umwelt und Natur. Mit der zeitnahen Umsetzung der geplanten Maßnahme ist sich die Stadt Fridingen ihrer Verantwortung bewusst und leiste auch zukünftig einen erheblichen Beitrag zur Reinhaltung unserer Gewässer und deren natürlicher Vielfalt. Mit diesem Zuschuss, der die örtliche Kläranlage moderner und leistungsfähiger mache, unterstütze das Land in diesem Jahr eine von insgesamt zwei solcher Maßnahmen im gesamten Regierungsbezirk Freiburg.

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Im Anschluss an die Übergabe des Förderbescheids erläuterte Herr Dr. Maier vom Fachbüro iat Ingenieursberatungs GmbH aus Stuttgart das Projekt und hob dabei deren Notwendigkeit hervor. Die Kläranlage Fridingen besteht seit dem Jahr 1964. Nach ihrer Erweiterung 1989 ist sie gegenwärtig für eine Ausbaugröße von 5.300 Einwohnern ausgelegt. Das dabei gereinigte Abwasser wird in einen besonders sensiblen Bereich der Donau eingeleitet. Vor dem Hintergrund der erforderlichen Beantragung einer neuen Einleitungserlaubnis habe man diese Einrichtung, beginnend in den Jahren 2014/2015, mittels eines sog. limnologischen Gutachtens einer grundlegenden Überprüfung unterzogen. Zielsetzung der Untersuchungen sei es dabei gewesen, die Kläranlage zukunftsgerecht so aufzustellen, dass neben einer Reduktion der abfiltrierbaren Stoffe auch die Spurenstoffe weitestgehend reduziert werden können. Spurenstoffe sind im Abwasser letztlich nur in sehr geringen Konzentrationen enthalten; mitunter zählen hierzu u.a. Arzneimittelrückstände, Restbelastungen aus medizinischen Untersuchungen oder Stoffe aus industriellen Anwendungen. Um die mittlerweile gesetzlich geforderten Ablaufwerte auch einzuhalten und für die gestiegenen Anforderungen gerüstet zu sein, ist der Neubau einer sog. vierten Filtrationsstufe, also einer weitergehenden Reinigung, unabdingbar. Hierbei wird eine neue und moderne Methode zur Anwendung kommen, die es gegenwärtig erst bei wenigen Kläranlagen in Baden-Württemberg gibt. So besteht die neue Anlage aus einem sog. Filter mit Aktivkohle, welcher durch seine Adsorption neben den abfiltrierbaren Stoffen auch die Spurenelemente weitestgehend entfernt. Sie wird in einer im Eingangsbereich zur Kläranlage neu zu errichtenden Filterhalle untergebracht. In diesem Zusammenhang wird außerdem die Erneuerung und Integration der Schaltwarte (Elektrik) im Betriebsgebäude unumgänglich. Die Maßnahmen erfor-dern eine sorgfältige und abgestimmte Planung, da sämtliche Bauarbeiten unter laufendem Betrieb der Kläranlage durchzuführen sind.