Information des Landratsamts Tuttlingen zur Geflügelpest (Vogelgrippe):

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Risikoorientierte Stallpflicht ab Februar - im Landkreis Tuttlingen entlang der Donau; Biosicherheitsmaßnahmen gelten überall

Wegen der Geflügelpest-Gefahr wurde in Baden-Württemberg am 17. November 2016 eine landesweite Stallpflicht für Geflügel angeordnet, die am 31. Januar ausgelaufen ist. Seit Februar gilt nun eine risikoorientierte, d.h. regional unterschiedliche Stallpflicht, vorläufig bis zum 15. März: In der Nähe großer Gewässer oder wo bereits Seuchenfälle festgestellt wurden, wie im Landkreis Konstanz und im Bodenseekreis, sowie in Kreisen mit hoher Nutzgeflügeldichte gilt die Stallpflicht weiterhin kreisweit.

In den übrigen Landesteilen muss das Geflügel entlang Donau, Rhein und Neckar im Stall bleiben. Diese Pufferzonen-Stallpflicht gilt auch im Landkreis Tuttlingen in einem 500 Meter breiten Streifen beidseits der Donau sowie im  Innenbereich von Gutmadingen, Geisingen (südlich der Autobahn), Kirchen-Hausen (Ortsteil Hausen), Hintschingen, Zimmern, Immendingen, Möhringen, Tuttlingen, Nendingen, Stetten, Mühlheim und Fridingen. Der Pufferstreifen wurde unter Berücksichtigung von Baggerseen, Altarmen und anderen Besonderheiten in einigen Bereichen auch breiter ausgewiesen. Die betroffenen 91 Geflügelhalter wurden vom Landratsamt direkt angeschrieben.
Unabhängig davon, ob Geflügelhaltungen in einem Stallpflicht-Gebiet liegen oder nicht, müssen auf jeden Fall erhöhte Biosicherheitsmaßnahmen eingehalten werden:
So darf Geflügel nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind, und das Tränken mit Dach- und Oberflächenwasser ist verboten. Futter und Einstreu sind für Wildvögel unzugänglich zu lagern. Beim Betreten von Geflügelhaltungen ist Schutzkleidung (einschließlich Stiefel) anzulegen.

Denn der derzeitige Geflügelpest-Seuchenzug ist keineswegs vorbei: Seit November 2016 wurde das H5N8-Virus in 744 Fällen in Deutschland nachgewiesen. 304 Nachweise entfallen auf Baden-Württemberg, hauptsächlich bei Wasservögeln am Bodensee. Der Landkreis Tuttlingen ist bislang nicht von Virusfeststellungen betroffen. Bundesweit kam es bereits in 61 Fällen zu Viruseinschleppungen in landwirtschaftliche Geflügelhaltungen, Hobbyhaltungen, Zoos und Wildparks. Auch in anderen europäischen Ländern gab es zahlreiche Seuchenausbrüche. Insgesamt verläuft das Seuchengeschehen bei Wildvögeln und Hausgeflügel wesentlich heftiger als die H5N1-Geflügelpest in den Jahren 2005 - 2007. Positiv ist allein, dass bisher keine einzige menschliche Erkrankung registriert wurde.

Was ist zu tun, wenn man einen toten oder kranken Wildvogel gefunden hat? Für das Seuchengeschehen wichtig sind 3 Kategorien von Totfunden oder kranken Tieren, weshalb diese Sonderfälle an das Veterinäramt gemeldet werden müssen (Tel. 07461/926-5403; nachts und am Wochenende über die Polizei):

Auf jeden Fall gehäufte Totfunde oder Erkrankungsfälle von Vögeln aller Art.
Tote (auch überfahrene) oder krank erscheinende Einzelvögel, wenn es sich um Wasservögel wie Enten, Gänse, Schwäne, Kormorane, Blesshühner, Teichhühner, Taucher (z.B. Haubentaucher), Reiher oder Möwen handelt.
Ebenfalls gemeldet werden sollen Greifvögel und Rabenvögel (einschl. Elstern), die sich durch Aasfressen infizieren können.

Tote Vögel sollte man am besten liegen lassen, krank erscheinende Wildvögel in Ruhe lassen. Wegen der Gefahr einer Seuchenverschleppung sollte man sie nicht in eine Tierarztpraxis bringen und Kontakte mit Geflügelhaltungen vermeiden!
Ansonsten ist ein einzelner toter Vogel einer nicht relevanten Art (z.B. Amsel, Meise, Buchfink, Sperling) kein Verdachtsfall, dem nachgegangen werden muss. Ein solcher Tierkörper kann wie bisher vom Grundstücksbesitzer selbst beseitigt werden (außerhalb Wasserschutzgebieten im Garten begraben, über Restmüll oder Tierkörper-Annahmestellen des Landkreises); aus allgemeinen hygienischen Gründen sollen die Tierkörper nur mit Einweghandschuhen angefasst werden.

Landratsamt Tuttlingen
- Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz -
Luginsfeldweg 15
78532 Tuttlingen
Tel. 07461/926-5403